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Tunesien
Wo Mittelmeer, Wüste und Jahrtausende Geschichte aufeinandertreffen
Updated: 13 August 2026
Wir werden entweder einen Weg finden oder einen schaffen.- Hannibal BarcaTunesien ist ein Land der Gegensätze: Meer und Wüste, antike Ruinen und moderne Städte, touristische Küstenorte und nahezu menschenleere Landschaften. Gerade diese Nähe der verschiedenen Welten macht das Land spannend. Kaum ein anderes Reiseziel verbindet mediterranes Lebensgefühl, arabische und berberische Kultur, römische Geschichte und die Weite der Sahara auf so kleinem Raum.
August 2026Tag 1 - Monastir
Ja wir sind es wieder. Wie könnte es auch anders sein... Melden wir uns aus Afrika. Tunesien dieses mal.
Wir geben es ehrlich zu. Das Land war nie auch nur in den Top 50 unserer Bucketlist und schon gar nicht so weit oben dass wir einen Flug buchen würden, aber hier sind wir. Wieso also? Die meisten die dies lesen haben wir erst kürzlich noch gesehen und da wussten wir es tatsächlich noch nicht einmal. Aber Mele war stark im WM Tippspiel der DERTOUR Gruppe und hat den Flug nach Monastir gewonnen, einer der Gewinne aus über 300 Teilnahmen, für uns beide. Ja Monastir, ich wusste auch nicht dass es das gibt. In einer Fussball familie aufgewachsen zu sein hat sich doch noch ausgezahlt.Es wäre wohl angedacht gewesen dass man hier Badeferien machen würde, aber naja nicht mit uns.Bereits heute stellen wir unsere Koffer bei den Arbeitskollegen von DERTOUR ein, normalerweise tun sie das nicht aber es sind ja Arbeitskollegen, und wir verschwinden direkt nach der Landung mit dem Taxi nach Monastir, in die Stadt. Die Taxifahrer sind einfach unglaublich dreist im Verhandeln um den Preis, hier wird ausschliesslich mit Fixpreisen gefahren nie Taxameter... Das ist super wenn man natürlich die Preise kennt aber eher weniger wenn man das erste mal aus dem Flughafen tritt... Unglücklicherweise für die Taxifahrer lassen wir uns aber nicht abzocken... Die wollten für 6km Fahrt doch tatsächlich 80 Dinar... Oder 22.80 CHF... Keine Chance auch nachdem der Taxifahrer uns beschimpft unnötig Probleme zu machen, dass wir darauf eingehen... Wir bieten 12 Dinar an... 3.4 CHF. Nicht etwa weil wir unglaublich geizig sind, sondern weil wir eine App haben die uns faire Preise vorschlägt... Der Taxifahrer kriegt fast die Krise also gehen wir einfach zur Bahn und wollen diese nehmen, was btw dann 2 Dinar oder eben 0.55 CHF gekostet hätte. Da rennt uns ein anderer Taxifahrer hinterher und bietet uns die Fahrt für 25 an, also 7.15 CHF. Diesen Preis können wir nun akzeptieren. Der Taxifahrer zeigt uns voller Begeisterung auf dem Weg alle seine Lieblingsorte und Orte die wir gesehen haben müssen.Angekommen in der Medina (Altstadt) werden wir gleich mal von irgendwelchen Verkäufern angequatscht und wir sollen doch die Läden uns ansehen. Da Mele sowieso noch Schuhe kaufen wollte und ich meine Flagge brauche gehen wir mal mit. Auch hier wieder... Der Verkäufer will 80 Euro für ein paar super definitiv echte Markenschuhe, eine Flagge und ein definitiv verifiziertes Markenpoloshirt... Die Hälfte wird dann akzeptiert aus Goodwill weil die Touristen nicht mehr wirklich kommen, was wir auch selbst gut beobachten können, gönnen wir dann noch die Bearbeitungsgebühr etc... Teurer als gedacht aber auch nicht so schlimm. Der Verkäufer ist nicht unbedingt erfreut über den Deal aber abgeschlossen wird er trotzdem.Dann machen wir eine kleine Wanderung durch die Altstadt und tatsächlich empfinden weder ich noch Mele uns auch nur eine Sekunde unwohl.Wir besuchen noch das Mausoleum des ersten Präsidenten der Republik, da es sich gerade anbot. Auf dem Weg dahin werden wir von einem Typen angesprochen... Wir sind eigentlich nur im Schatten am verschnaufen aber er will unbedingt mit uns sprechen.Er sagt, wie alles hier gratis sei und es Leute gibt, die hier Dinge tun die nicht zum Programm gehören, wie Bilder, Kamel reiten, Verkäufer etc etc... Man kann von Ihnen Angeboten annehmen aber wenn man es nicht will dürfen diese einem auch nicht aufdrängen, wenn wir uns unwohl fühlen sollten, sollen wir die Polizei rufen... Wir danken ihm und gehen unserer Wege, auf dem Weg zurück, treffen wir ihn wieder und er fragt uns wie wir es fanden etc etc.Dabei finden wir heraus dass es sich um den Polizeichef von Monastir handelt. Er erklärt uns alle möglichen Dinge über Monastir und darüber was man hier alles so tun kann. Er führt uns auch direkt zu einer Teppichfabrik, die nur rund um den Nationalfeiertag Tunesiens geöffnet ist. Hier wird uns dann das Teppich machen Handwerk gezeigt, diesmal sogar ohne aufdringlichen Verkäufer. Auch Berbersilber wird uns angeboten.Danach buchen wir uns ein Taxi über die zuvor genannte App, plötzlich sind 10 Dinar genug für an den Flughafen... Dann sagen wir dem Taxifahrer er soll doch kurz warten dass wir unsere Koffer holen gehen können und dann gleich weiter ins Hotel fahren. Was wir dann auch genau so tun. Der Fahrer hält auch am Strassenrand um uns Wasser zu kaufen, völlig ohne dazu aufgefordert worden zu sein oder Bezahlung dafür anzunehmen.Im Hotel angekommen, gehen wir erstmal an den Pool, denn es ist erdrückenst heiss hier... This is Africa... Das sollte mal jemand Südafrika sagen...Am späten Nachmittag gehen wir dann dem Strand entlang an den Hafen und werden prompt wieder eingeladen auch ein Schiff und die Katzen einer Frau zu beobachten...Dann essen und endlich wieder zurück ins Hotel um etwas zu schlafen...Tag 2 - Tunis & Carthago
Heute gehts nach Tunis in die Hauptstadt. Die Stadt ist zwar überhaupt nicht touristisch hat aber einen RIESEN Bazaar, der ganz interessant ist durch zu wandern... Auch findet man in Tunis am laufenden Band Kirchen, was uns doch etwas überrascht hat...
Nach zirka einer Stunde in Tunis fahren wir dann weiter nach Karthago. Der ehemalige Rivale Roms, die Stadt aus der Hannibal Barca stammt, der Typ der mit den Elefanten die Alpen überquerte.Wie zu erwarten ist davon nicht wirklich mehr viel übrig, trotzdem war es ein Must-See, vor allem weil die Stadt die zweitgrösste des römischen Reiches wurde und daher unglaubliche Ingenieurskünste auszeichnete.Danach dann nach Sidi Bou Said, dem Santorini Tunesiens und wieder ins Hotel.Tag 3 - Mittelmeer
Schiff fahren um hoffendlich einige Delfine zu sehen. Leider haben wir sie nur von weitem gesehen. Aber so ist die Natur halt. Man kann es nie beeinflussen.
Danach können wir noch vom Schiff ins Wasser springen um etwas im Meer zu baden. Auch das Mittelmeer hat eine deutlich zu hohe Verdunstungsrate und auch hier fehlt es an Wasser. Dementsprechend ist der Salzgehalt erhöht und ich kann wortwörtlich im Schneidersitz ohne Aufschub im Wasser schwimmen... Wer mich kennt weiss, dass ich nicht aufschwimmen (float) kann normalerweise...Dann wieder zurück ins Hotel etwas "chillen" und ins SPA, was wir ja schon seit Südafrika wollten, es hat nur den ganzen Kontinent zu durchqueren gebraucht.Am Abend wieder an den Hafen.Wer wusste es schon? Laut einem Guide ist die Verschmutzung durch Müll ein Problem der Industrialisierung, desto mehr Fabriken desto mehr Müll auf dem Boden. Tönt intelektuell ist absolut lächerlich wenn man tiefer drauf schaut... Europa spezifisch Deutschland, Schweiz etc sind bekannterweiss Länder ohne jegliche Fabriken, denn anders könnte ich mir nicht erklären wieso es bei uns grösstenteils sauber ist... Anscheinend hat Atlantis BRUTAL viele Fabriken...Naja all dem mal abgesehen... Südafrika ist dreckiger... Hat mehr Müll am Boden etc etc.. ABER und genau das ist der springende Punkt... Nicht ein einziger Südafrikaner relativiert das. Jeder sagt. "Ja das ist ein Problem." Und wenn hier in Tunesien bereits die Guides, die ja durchaus sagen dürften, dass sei ein Problem, es eben nicht sagen, ja dann ist das ein kulturelles Phänomen und wird sich NIE bessern... Leider.Tag 4 - El Jem - Matmata - Douz
Was für ein Tag.
Morgens früh raus, auf den Bus und ab nach El Jem.In El Jem liegt das weltweit Drittgrösste Amphitheater der römischen Zeit. Direkt nach Capua (65'000) auf der 2 und Rom mit dem Kolosseum (80'000 Plätze) auf der 1. El Jem (33'000) liegt mehr oder weniger mitten im nirgendwo, was das ganze etwas komisch erscheinen lässt, bis man realisiert, auf welcher Strasse El Jem sich befindet. Nämlich wo sich die römische Hauptstasse von Karthago nach Alexandria (Ägypten) und die Handelstasse der Berber aus der Sahara nach Sfax (grösster antiker Handelshafen Tunesiens) treffen.Wieso aber würden jetzt Händler und Reisende ein so grosses Spektakel brauchen?Gute Frage, danke das ihr sie mir stellt.Die Antwort ist sowohl einfach als auch kompliziert, denn es sind nicht die Reisenden die das Amphitheater brauchen, sondern die Händler. Sie kaufen sich hier nämlich die vielversprechendsten Gladiatoren um sie nach Italien zu bringen. Nicht bloss weil viele Gladiatoren über die Sahara aus den Subsaharan Königreichen wie dem Mali stammen, sondern auch weil ALLE Gladiatoren, auch die aus beispielsweise Germanien einmal hier sein werden um gegen Wildetiere zu kämpfen, denn wo kommen diese Tiere denn wohl her?So ist hier eigentlich weniger ein Wettkampf für die Ehre oder das Entertainment der Masse, sondern eigentlich ein antikes Sponsorenanwerben der Athlethen, denn man muss es hier schaffen um auf die grossen Bühnen Italiens zu kommen.Wirklich sehr beeindruckend und bei weitem nicht so überfüllt wie das Kolosseum.Danach weiter nach Süden. In die karge Landschaft vor der Sahara, Hier besuchen wir ein Berberhaus und eine Berbersiedlung. Die Amazigh (Berber) sind ein indigenes Volk Nordafrikas, anders als die Araber und sie leben bis heute teilweise noch in ihren ursprünglichen Häusern. Echt beeindruckend daran ist vor allem dass es draussen inzwischen 38 Grad ist und im Haus angenehme vielleicht 25 und das ohne Klimaanlage nur durch cleveres Design...Ein Berber Mittagessen gibt es auch noch aber dann wieder weiter Richtung Douz, dem Tor zur Sahara.Der Süden Tunesiens insbesondere Douz, tatsächlich aber eine Kleinstadt in der Nähe davon war Hauptrekrutrierungszentrum für den IS in Tunesien von 2011 bis 2016 bis dann die Tunesische Regierung genug davon hatte und durchgeiff spezifisch nach den Top 5 Terroranschlägen im Land 2015 wobei 2 davon in Port El Kantanoui am Hafen waren, da wo wir jetzt die ganze Zeit essen...Heute wird die Sahara und der Süden Tunesiens von der Al-Qaida für Waffenschmuggel aus Lybien nach Tunesien sowie als Ausbildungsstätte der Boko Haram aus Nigeria genutzt. Deshalb werden hier Touristen mit Drohnen der Polizei und des Militärs bewacht. Man bekommt das zwar nicht mit aber sie sind da. Jeder einzelne Bus, Auto oder auch Fahrradfahrer kriegt so eine zugewiesen...Optional hätten wir noch eine Kamelreittour in Douz dazu buchen können, wir wollten uns aber noch nicht festlegen ohne zu sehen, ob die Kamele gut behandelt werden. Daher lehnen wir die Buchung ab. Angekommen gehen wir direkt in die Sahara selbst und schauen uns die Gegebenheiten an. Wir finden einen Anbieter der seine Tiere offensichtlich sehr lieb hat und wir buchen bei ihm und reiten doch noch auf den Kamelen Abdul und Sultan (ja, genau). Er hat sogar verschiedene Anbieter von anderen Dingen zusammengestaucht, was wir sehr positiv fanden, da es sich um Tierquäler handelte, die beispielsweise Wüstenfüchse an Leinen halten oder Reiter, die ihre Pferde bei den nun 45 Grad durch die Sonne galoppieren lassen.Danach machen wir noch eine kurze Wanderung durch die Oase von Douz von knapp 12km...Ich mit meiner Sonnenallergie habe stark zu kämpfen in der Wüste, halte aber dank meinem Pulli gut durch. Muss aber auch sagen jetzt wenn ich das ganze Schreibe merke ich es extrem.Tag 5 Trozeur - Chebika - Ong Jmal
Heute gehts wieder nach Sousse zurück, aber zu erst fahren wir mal um 4:20 los damit wir es zum Sonnenaufgang auf den Salzsee schaffen. Ist durchaus spektakulär nur halt einfach wirklich gar nichts gegenüber dem Etosha in Namibia. Ein Phänomen das btw auch Chatty uns bestätigt, dass viele die die Sahara nach der Namib und dem Etosha sehen, sie nicht so toll finden wie alle anderen.
Nach dem Salzsee kommen wir nach Tozeur, hier stellen wir den Bus ab, denn es geht weiter mit 4x4 tief in die Wüste. Zuerst nach Chebika eine Oase die an einer natürlichen Quelle liegt in den Anfängen des Atlasgebirges und wirklich direkt an der algerischen Grenze liegt. Hier wurden Filme wie Jesus von Nazareth oder Indiana Jones gefilmt. Wer die Filme kennt wird bestimmt etwas wieder erkennen.Danach fahren wir von der Strasse ab und Offroaden mit bis zu 120kmh über die Dünen der Sahara.
Auch interessant, wir sehen VERSCHIEDENE Fata Morganas. Man braucht nicht dehydriert zu sein, sondern es ist tatsächlich einfach Hitze basiert. Die Hitze bringt die Luft zum flimmern und unser Auge kann nicht mehr erkennen was GENAU da ist nur dass etwas da ist. Das Gehirn ersetzt dann die Ungewissheit mit wahrscheinlichem, so sehen wir beispielsweise anstelle von 2 Dünen plötzlich 3 und wieder 2 dann wieder 3. Oder die Berge erscheinen plötzlich 3 mal so gross im Hintergrund. Aber auch die Fata Morganas aus Dehydration gibt es also tatsächlich dabei ist einfach das Hirn nicht mehr fit genug um wahrscheinliches zu "generieren" also stellt es Wunschgedanken auf, wie beispielsweise eine Oase, Wasser etc etc.Bis wir dann 40km später am Drehort von Star Wars ankommen. Das Originale Star Wars wurde in Tatouine gedreht (wer Star Wars kennt, merkt dass der Heimat Planet von Luke Skywalker nach diesem Tunesischen Dorf benannt wurde). Es liegt nochmals knapp 200km weiter östlich von hier. Dieser Drehort ist vor allem für 2 Dinge bekannt. THE MANDALORIAN, es ist hier wo Mando auf Baby Yoda trifft etc etc. und eigentlich noch bekannter. Die Cantina.Wer schoss zuerst Greedo oder Han Solo?Dann wieder zurück nach Tozeur, ein Rundtrip von insgesamt 220km alles noch am Vormittag.Wieder im Bus fahren wir bis nach Kairouan, die viert heiligste Stadt im Islam nach 1 Mekka, 2 Medina 3 Jerusalem. 670 wurde die Stadt gegründet primär als Militärlager der Araber und wurde dadurch die Hauptstadt im Maghreb und auch das Verteilzentrum für die Ausbreitung des Islams in Nordafrika und Al Andalous (Spanien).Tag 6 - Sousse
Entspannter heute gehen wir nach Sousse in die Medina. Auch diese Altstadt ein Weltkulturerbe. Wir versuchen heute mal etwas neues und zwar sind wir heute keine Schweizer mehr, sondern Südafrikaner und sprechen natürlich Afrikaans zusammen. Wir gehen mal einfach davon aus, dass sie den Unterschied nicht kennen würden. Und das hat sich auch ausgezahlt. Sogar Chatty meinte wir hätten unglaublich tiefe Preise verhandelt für tunesische Verhältnisse. Das Killer Argument: "Solidarité africainne, mon frère". Es hat erstaunlichst gut funktioniert und man kann es nur empfehlen.
Tag 7 - Port El Kantaoui
Die Realität hat uns wieder eingeholt und auch wir müssen mal wieder etwas tun. Einmal Schule und einmal an der Webseite Anpassungen für die Selbstständigkeiten durchführen und Planung des Studiums dass nächste Woche beginnt machen. Schon recht chillig. Jetzt abends den Katzen vom ersten Tag Adieu sagen und dann sind wir dann doch auch froh ist es morgen zu Ende.